Spontan hatten wir (zwei Erwachsene und ein Teenager) uns im letzten Sommer überlegt, dass wir eine Woche in Frankreich Urlaub machen möchten, ohne weite Anreise (wir wohnen in Mitteldeutschland) und möglichst mit Natur und Kultur gleichermaßen.
Mein Vater brachte uns auf die Idee, nach Straßburg zu fahren: Diese Stadt mit bewegter deutsch-französischer Geschichte bietet jede Menge interessanter Sehenswürdigkeiten und liegt im schönen Elsass. Im Internet fanden wir schnell eine geeignete Unterkunft im Zentrum von Straßburg – ein Appartement im Hotel, zwei Zimmer mit Kochnische und großem Bad.
Mit dem Auto brauchten wir nur knapp vier Stunden, so dass wir gut gelaunt in Straßburg ankamen. Das Appartement entsprach in jeder Hinsicht der Beschreibung im Internet und lag wirklich sehr zentral in der Nähe des Place Kléber, auf dem jeden Abend ein buntes Treiben von Einheimischen, Touristen, Straßenmusikern und Artisten herrschte.
Da das Zentrum nicht allzu groß und völlig flach ist, kann man es am besten mit Leihfahrrädern erkunden.
So radelten wir auch über die Place de la Republique (unter Wilhelm I im Neorenaissance-Stil erbaut) ins Europäische Viertel. Wie beeindruckend war es, alle Gebäude, die wir aus dem Fernsehen kannten, wie das europäische Parlament und den Europapalast, mit eigenen Augen zu sehen.
Wie jeder Straßburg-Tourist besuchten wir natürlich auch das Münster: Diese gotische Kathedrale ist von überwältigender Schönheit, so riesengroß und gleichzeitig so filigran. Wir hatten das Glück, die Fassade abends im Rahmen von son et lumière zu Musik angestrahlt zu erleben.
Im Sommer zu sehr überlaufen ist das historische Fachwerkviertel Petite France. Wir bevorzugten den wunderschönen Orangerie-Park: Sehr gepflegt, mit üppigen Blumenrabatten, kleinem See und Eisständen ist er eine grüne Oase mitten in der Stadt.
Den einzigen Regentag verbrachten wir im Museum für moderne und zeitgenössische Kunst, ein sehr modernes und beeindruckendes Gebäude, das Werken von Rodin, Picasso und Gauguin den perfekten Rahmen gibt.
Doch auch die Umgebung von Straßburg, das Elsass, hat jede Menge zu bieten: Sanfte Weinhügel, alte Burgen und Schlösser, verträumte Dörfer – perfekt geeignet für nicht zu anstrengende Wanderungen.
Am allermeisten gefallen hat uns der Montagne des Singes in Kintzheim: Dort leben Berberaffen artgerecht und frei in einem großen Waldgebiet. Es ist unglaublich faszinierend, diese Tiere in ihrer natürlichen Umgebung hautnah zu beobachten.
Die einzige Enttäuschung in unserem Urlaub war das Essen. Weder in Straßburg noch in der Umgebung fanden wir Gefallen an der elsässischen Küche: Gerichte wie Choucrouterie oder Baeckeoffe lagen uns schwer im Magen, am ehesten konnten wir uns noch mit Flammkuchen anfreunden.