Im vergangenen Spätsommer verbrachten wir unseren Familienurlaub in der Normandie. Für Sonnenanbeterinnen und Wassernixen sind die Bedingungen hier nicht ganz optimal:
Zwar mangelt es der französischen Nordküste nicht an Stränden, wohl aber häufig an Sand. Viele Strände bestehen aus mehr oder weniger feinem Kies. Trotzdem kann man sich natürlich dort im Sommer richtig gut sonnen. Nur die anschließende Abkühlung im Meer fällt oft etwas kühler aus als gewünscht, denn der Atlantik ist bekanntlich nicht unbedingt der wärmste Ozean der Welt. Also nur bedingt geeignet für Sonnenanbeterinnen und Wassernixen, für mich und meine Familie dagegen perfekt. Denn hier gibt es tolle Felsformationen zu sehen vor allem bei Étretat – das gefundene Fressen für Hobbyfotografen wie meinen Mann und mich. Während wir ein Bild nach dem anderen knipsen, spielen die Kinder mit den bunten Kieseln oder sammeln Muscheln. Der Strand ist zwar meist steinig, doch es gibt eine spitzen Steine, die in zarte Kinderfüße pieken.
Und auch an sehenswerten Städten mangelt es Nordfrankreich nicht: Besonders aufregend für Kinder ist sicher die Burg in Caen, deren Inhalt allerdings leider nur für kunstinteressierte Erwachsene ebenso spannend ist, denn sie beherbergt das Musée des beaux-arts.
Auch in Trouville und Deauville riskierten wir einen Blick. Nicht zuletzt dank seines Sandstrandes gilt v.a. Deauville als elegantes Seebad. Ganz anders dagegen Le Havre, einer der wichtigsten Umschlagshäfen Europas. Eine Hafenrundfahrt macht den Kindern Spaß und die Erwachsenen lernen etwas über die Weltwirtschaft.
Am besten gefallen hat es uns in Rouen, der „Stadt der hundert Kirchtürme“ (Victor Hugo). Neben verschiedenen gotischen Sakralbauten ist vor allem das Gros Horloge, eine etwa 700 Jahre alte überdimensionierte astronomische Uhr, ein absoluter Touristenmagnet. Tragischerweise ist Rouen auch durch die Verbrennung Jeanne d’Arcs Mitte des 15. Jahrhunderts berühmt geworden. Daran erinnern noch heute die „Tränen der Jeanne d‘Arc“, eine köstliche Süßigkeit, die man in speziellen Läden kaufen kann. Auf jeden Fall sollte man sich Zeit nehmen, durch die kleinen verwinkelten Gässchen zwischen den Fachwerkhäusern zu bummeln.
Von unserem in idyllischer Landschaft nahe Barentin gelegenen kleinen Häuschen aus besuchten wir während unseres Frankreichurlaubs all diese Orte mit dem Auto. Auch oder sogar vor allem für die Nebensaison eignet sich diese Art der Feriengestaltung besonders gut, denn dann ist es während der Fahrt auch ohne Klimaanlage nicht zu heiß im Auto. Ebenfalls ein toller Plan für alle, die nicht schon bei der Anreise auf der Autobahn im Stau stehen wollen. Quengelnde Kinder auf der Rückbank inclusive.